Kommunale Prävention

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass man der Kriminalität in der Kommune nicht mit zentralistischen Lösungen begegnen sollte, sondern es weitestgehend individualisierte Lösungen vor Ort benötigt.

Vermehrt werden Angst und Unsicherheit auf Grund der tatsächlich wahrnehmbaren Kriminalität und der intensivierten medialen Berichterstattung durch die Einwohner der Stadt Glauchau in Bürgersprechstunden gegenüber den Bürgerpolizisten und den Mitarbeitern des Ordnungsamtes dargestellt.

In vergangenen Jahren wurde vorrangig das Problem der Aneignung öffentlicher Räume in Verbindung mit Verwahrlosung dieser und wiederholter Ruhestörung durch Jugendliche thematisiert. Nach Analyse der Situation und vermeintlich wirkungsvoller Maßnahmenableitung konnten an einzelnen Schwerpunkten im öffentlichen Raum Erfolge erzielt werden. Zu einem großen Teil blieben diese aber tatsächlich aus, da der repressive Ansatz der Maßnahmen lediglich eine Verdrängung gesellschaftlich benachteiligter Gruppen zur Folge hat. Eine präventive Bearbeitung der jeweiligen Problemstellung fand häufig nicht statt, da eine Analyse des Problems inklusive Entstehungsbedingungen und Zielgruppe eine wirksame Maßnahmenableitung schwierig gestaltet.

Damit eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Partnern hergestellt und dauerhaft implementiert werden kann, wurde eine Koordinierungsstelle Kommunale Prävention in der Stadt Glauchau eingerichtet. Prävention verhindert Probleme dadurch, dass Risikofaktoren beseitigt und Schutzfaktoren gestärkt werden. Die Vielfalt an Risiko- und Schutzfaktoren für bestimmte Probleme macht die Prävention zu einem komplexen Thema, welchem in Glauchau dank Fördermitteln über die Richtlinie Kommunale Prävention des Landespräventionsrats - das Gremium wurde 2008 vom sächsischen Innenministerium gegründet und vereint sowohl alle Aktivitäten als auch Projekte im Zusammenhang mit Kriminalprävention - vom Freistaat Sachsen begegnet werden kann.

Geplant sind dabei in Zusammenarbeit mit dem Jugendbeirat der Stadt Glauchau sowie dem Kinder- und Jugendhilfenetzwerk Glauchau verschiedene Veranstaltungen zur Prävention im Bereich Drogen und Sucht, Medienkompetenz, Opferschutz, Verbraucherberatung, Elterntraining und sicherer Schulweg. Weiterhin wird es eine Fortsetzung der Vandalismusprävention, welche mit „Street Art – Sauberes Glauchau“ schon für große Begeisterung sorgte, zunächst an der Trafostation am Johannisplatz geben. Dazu gab es, wie auch schon zuvor bei der Treppe zwischen Gerhart-Hauptmann-Weg und Bahnhof Glauchau, einen Aufruf in den Sozialen Medien mit der Bitte um Vorschläge zur Gestaltung.

Zentrale Themen, welche die Koordinierungsstelle Kommunale Prävention in den nächsten Jahren beschäftigen, sind neben der Vandalismusprävention auch die Obdachlosigkeits- bzw. Wohnungslosigkeitsprävention und die Suchtprävention sowie die schon beschriebenen Bildungs- und Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Präventionsthemen.

Außerdem sollen künftig individuelle Angebote zur Prävention, welche im Laufe des Förderzeitraums entwickelt und extra beantragt werden, zur Verfügung stehen.

Die Zukunft der Prävention wird sich noch stärker auf die Sozialräume ausrichten und weiterhin an aktuellen Herausforderungen orientieren.

Kontakt:

Koordinierungssstelle der Stadt Glauchau
Frau Katja Müller
Tel.: 03763 / 65423